Gedanken

 

Papier und Textil

Fasern sind für mich wie Chiffren. Sie bilden eine eigene Sprache, die es zu entschlüsseln gilt. Oft über Monate hinweg arbeite ich in dem Material, ohne ihm dabei die Dynamik zu nehmen. Es geht mir darum, eine Materialität zu begreifen, deren Grenzen auszuloten und diese zu überschreiten, um die Erkenntnisse anschließend für meine künstlerischen Auseinandersetzungen zu verwenden. Einer Metamorphose gleich vollzieht die Naturform hierbei eine Wandlung. Die erschaffene Kunstform gibt nicht wieder, sondern macht sichtbar.

Der künstlerische Prozess

Das Handgemachte ist integrativer Bestandteil meiner Arbeit. Es ist die Wiederholung, die Serie, die mich fasziniert. Schritt für Schritt visualisiert sie die Veränderungen, die während des künstlerischen Prozesses geschehen. Im Zentrum steht das Verhältnis zwischen „alter und neuer“ Stofflichkeit.

Die Zeichnung

Meine Linie ist reine Empfindung. Sie zeigt sich stark und dynamisch, einfühlsam und leise. In dieser Unmittelbarkeit besitzt die Zeichnung für mich größte Ausdruckskraft. Sie ist in meinen Arbeiten allgegenwärtig. Sie bewegt, sie beruhigt –  sie macht mich sehend.

Der Dialog

Erst wenn das Werk für den Betrachter sinnlich erfahrbar wird, sein Bewußtsein berührt, hat es eine Art von „Tiefe“ erreicht, die ich in meinem Werk anstrebe. Es geht mir in meinen Arbeiten um ein „neues Sehen“. Es geht mir um den Dialog nach innen und außen.

 

Sabine Neubauer. Arbeiten in Papier und Textil. Zeichnung